• Sami Götz

Rückblick auf eine erfolgreiche Saison 2021

Der letzte Blog-Eintrag liegt knapp zwei Jahre zurück. Schreiben könnte man über ein Triathletenleben natürlich pausenlos etwas, doch es ist immer einfacher über positive Ereignisse zu schreiben wie über andere.





Das Jahr 2020

Die Saison 2020 hätte ganz im Zeichen von Hawaii, also meiner zweiten Teilnahme an der Ironman Weltmeisterschaft, stehen sollen. Das Training über den Winter und im Frühling verlief sehr gut, dann kam Corona und ich musste den Fokus etwas verschieben. Die Schwimmtrainings blieben zwischenzeitlich aus, ich suchte mir Alternativen. Leider zeichnete es sich ab, dass es weder zu einem Start in Hawaii, noch zu einem anderen kam. So nutzte ich aber zum Beispiel das geplante Trainingslager im Engadin, um ein paar Trails mit dem Bike oder den Laufschuhen zu absolvieren. Das tat auch mal gut und so konnte ich die Engadiner Landschaft noch mehr geniessen, als ich es sonst getan hätte.


Challenge Kaiserwinkl-Walchsee rettete mich gerade so

Im Winter 2020/2021 nutzte ich dann die guten Schneeverhältnisse und war einige Male zusammen mit meiner Freundin in den Bergen auf den Loipen unterwegs. Für mich einfach nach wie vor das optimale Wintertraining.

Ende April wurde bekannt, dass der Ironman Thun, welcher im Juli hätte stattfinden sollen, auf September verschoben wird. Da die Corona-Situation nach wie vor unsicher war, konnte ich den Entscheid selbstverständlich nachvollziehen. Doch es fehlte mir dennoch die Wettkampfperspektive und ich hatte etwas Motivationsprobleme. Ich suchte nach einem Wettkampf, bei welchem es eine Startmöglichkeit gab. Im schönen Tirol fand ich eine Gelegenheit: Challenge Kaiserwinkl-Walchsee. Mit der Anmeldung kam auch die Trainingsmotivation zum guten Glück sofort zurück.

Mit dem Start Ende Mai kam der Wettkampfhunger so richtig auf. Mit einem 2. Rang in meiner Alterskategorie und einigen Erkenntnissen (für die folgende Trainingsplanung) war ich endlich zurück im Wettkampfgeschehen. Das hat sich richtig gut angefühlt. Übrigens eine atemberaubende Gegend, dieses Walchsee.


Erfolg beim Inferno Triathlon

Im Juli/August 2021 sah dann der Trainingsplan fürs Trainingslager im Engadin - im Gegensatz zu einem Jahr zuvor - wieder sehr gezielt aus. Nur das Wetter liess definitiv zu wünschen übrig. Da war es sehr hilfreich, die langen und harten Trainings nicht allein, sondern mit Trainingspartnern absolvieren zu können. Auch mal zwei Stunden in der nassen und kalten Bergwelt lässt sich so aushalten.

So stand ich also gut vorbereitet und verletzungsfrei vor dem Inferno Triathlon. Der Wettkampf für sich ist eigentlich bereits ein Highlight, doch die Erwartungen waren schon etwas grösser, als «nur» auf dem Schilthorn anzukommen. Den 3. Rang bei der letzten Austragung im Jahr 2019 wollte ich mindestens verteidigen. Klar hätte ich auch mehr genommen, aber ich war wirklich sehr glücklich, konnte ich das Ergebnis von vor zwei Jahren noch einmal erreichen.


Saisonabschluss mit Rang 2 auf Elba

Bereits im Sommer liebäugelte ich mit einer Langdistanz im Herbst. Der Terminkalender ausserhalb des Sports liess nicht mehr viele Optionen offen und so entschied ich mich für den Elbaman, also einer Langdistanz auf der Insel Elba. Bereits im Jahr 2015 hätte dies mein Langdistanzdebüt werden sollen, dort musste ich aufgrund einer Verletzung auf einen Start verzichten.

Der Elbaman hat eine anspruchsvolle Velostrecke, welche mit über 2700 Höhenmetern gespickt ist. In diesem Jahr stellten aber nicht nur die Höhenmeter eine besondere Herausforderung für uns Athlet:innen dar. Die eigentlich ruhige Bucht von Marino di Campo dachte wohl, es soll ein Surfwettkampf werden und so waren die Wellen etwas höher, als sich die meisten Triathlet:innen gewohnt sind. Die Schwimmstrecke wurde auf 3.2km gekürzt und da war auch ich nicht böse. Vor allem nicht als ich nach ca. 800m auf der ersten Runde so richtig gegen die Wellen ankämpfen musste. Ein hartes Stück Arbeit, bei dem ich bereits viel Energie verpuffte. Mit den feuchten Bedingungen in der Luft kam ich gut zurecht, doch die nassen und enorm rutschigen Verhältnisse auf der Strasse forderten in den Abfahrten viel Gefühl und die nötige Dosierung. Zum Teil war die Strecke so rutschig, dass das Hinterrad auf dem Asphalt im Aufstieg durchrutschte. Der Pneuabrieb, den die Autorennfahrer einen Tag zuvor hinterliessen, war wohl nicht das beste Rezept für eine ungefährliche Velostrecke. Die langsamen Abfahrten verlängerten somit die gesamte Renndauer des Velosplits und so musste ich gar auf zwei Notfallgels zurückgreifen, weil ich mit einer kürzeren Renndauer kalkuliert hatte.

Der abschliessende Marathon war selbstverständlich kein Spaziergang, dennoch war die Strecke im Vergleich zu den beiden Disziplinen zuvor «einfach». Natürlich wird der Marathon immer schwer und auch dieser wurde es. An 2. Position liegend versuchte ich auf den Führenden Boden gut zu machen und zwischen dem Drittplatzierten und mir möglichst mehr Abstand zu gewinnen. Da der Lauf sich auf sechs Runden verteilte, konnte man jeweils bei den Wendepunkten die Abstände gut vergleichen. Nach der fünften Runde musste ich feststellen, dass wohl in beide Richtungen nichts mehr geht, also weder auf Platz eins vorrücken noch auf den 3. Platz zurückgespült werden. Sicher ist man erst, wenn man wirklich die Ziellinie überquert hat. Das hab’ ich dann auch getan, nämlich auf dem 2. Rang overall. Mit dem verrückten Wettkampf ging gleichzeitig auch eine erfolgreiche Saison zu Ende.


Die Saisonpause habe ich übrigens direkt am Stand begonnen. Dies kann ich nur weiterempfehlen. ;-)


Vielen Dank an meine Sponsoren und Partner, welche mich auch in der Coronasaison weiterhin unterstützten!


Ein grosses DANKE geht an Meli und meine Eltern, die mich an die Wettkämpfe begleiten und mich das ganze Jahr hinweg unterstützen!

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